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Kreuzigungsgruppe
auf dem Peterskirchhof und am Dom. Die alte St. Peterskirche bildete bis
zu ihrer Niederlegung 1893 das Eck der Schäfer- und Altegasse. Die alte
St. Peterskirche war 1462 auf Sankt Petri Kettenfeier am l. August
eingeweiht worden. Ein Jahr nach ihrer Vollendung wurde auch der
Kirchhof angelegt und nach und nach durch Kauf und Schenkungen
erweitert. Dessen ältester Teil erstreckte sich von der Kirche bis zur
alten Mauer, nahm also das Terrain des jetzigen freien Platzes und des
Kindergartens ein. Als zu Anfang des 16. Jahrhunderts die Pest in
Frankfurt viele Opfer forderte, wurde diese Friedhofstätte geschlossen
und 1508 ein neues Stück für die Begräbnisse erworben, ",damit die
lebendigen Menschen des schedeligen Geschmacks der Doten unbeschwert
pliben mogen". Dieser neue Friedhof lag zwischen dem noch jetzt
stehenden, allerdings zugemauerten Tor und der jetzigen Brönnerstrasse,
während die zweite und dritte Abteilung nach der Bleichstrasse hin im
17. und 18. Jahrhundert dazu erworben worden sind. Hier wurde im Jahre
1610 das aus Laacher Tuffstein gearbeitete Bildwerk Christus am Kreuze,
zu Seiten Maria und Johannes, aufgestellt und zwar wie es bisher einer
Niederschrift zufolge angenommen worden war "durch Hartmuth Nentern,
einen reichen Gärtner und Ackermann zu seiner und zweier Ehefrauen
Gedächtnis". Dies ist indes eine irrige Angabe, welche sich, wie Pfarrer
Battenberg bemerkt, wohl nur auf die Tatsache stützte, dass die erste
Frau Nenters, Loryshildis, am Fuße des Denkmais begraben lag und am
Fusse der einen Nebenfigur kleine Statuetten angebracht waren, betende
Figuren, welche das Wappen Nenters und seiner Frau trugen. Nenter selbst
wurde nicht am Denkmal, sondern an einer anderen Stelle des Friedhofs
begraben. |
Günter Moos |
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Pfarrer
Battenbergs und andere neuere Forschungen und Vergleichungen haben nun
das merkwürdige Resultat ergeben, dass Nenter oder Nenser nicht der
Stifter, sondern im Verein mit dem damaligen Pfarrer an der
Peterskirche, Heinrich Winter, der Veranstalter von Goldsammlungen in
der Gemeinde war, aus denen die Kosten für das Denkmal bestritten
wurden, ferner dass der kunstreiche Schöpfer desselben der 1514 in Mainz
verstorbene und in dem ehemaligen Jgnaz-Kirchhof bestattete "ehrsame
Meister Hans Backhoffer aus Sultzbach" war.
Ohne allen Zweifel war es auch dieser Meister, welcher die
Kalvarienberge der Kreuzigungsgruppen an der St. Jgnatius-Kirche in
Mainz, vor der evangelischen Kirche in Wimpfen am Neckar und an dem Dome
in Frankfurt a. M, geschaffen hatte. Sicher ist es, dass die hiesige
Gruppe eine Stiftung Jakob Heller's ist. Die Domgruppe ist unter den
drei genannten die am besten ausgeführte. Backhoffer's Denkmal auf dem
Peterskirchhof hatte unter den Einflüssen der Witterung und auch anderen
Beschädigungen stark gelitten und wurde durch den Frankfurter Bildhauer
Karl Rumpf sorgsamst restauriert; es ist zum besseren Schutz an eine
andere Stelle des Friedhofs versetzt worden; durch Verbreiterung des
Weges und Legung des Straßenbahngeleises ist hier ein größerer Verkehr
erschlossen worden. |
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